Weltcup-Dominanz Alistair Brownlees

bronwl-t3San Diego im April 2013: nach nur 6 Wochen Training (Eigenaussage Alistair Brownlee) dominiert der Olympiasieger das Weltcup-Feld nach Belieben. Nicht nur eine sichere 29er-Laufzeit über 10 Kilometer, sondern auch das Schwimmen und Radfahren wurden vom Briten geprägt. Da fragt man sich, wie das geht. Liegt es am Training? Sicher, also mal nachschauen.

900 Kilometer Schwimmen, 18.000 Km Radfahren und 4.500 km Lauftraining sollen die Brownlees jährlich im Training absolvieren. Und das genügt für eine derartige Dominanz? Vielleicht sind es gar nicht nur diese Zahlen, die es ausmachen!?

Selbst wenn wir von einem überragenden Talent (davon wird es einige im Weltcup geben) sprechen, gibt es doch wohl offensichtlich Dinge, die anders gemacht werden als anderswo. Ich bin der Überzeugung, die Geheimessenz ist im Kopfe des Brüderpaares verborgen. Ein Gespräch auf Teneriffa vor zwei Jahren zeigte mir das klar auf. Ich konnte mit Alistair einen Termin im T3-Strömungskanal vereinbaren, wobei ich die Gelegenheit hatte, ihm ein paar Fragen zu stellen.

Besonders interessant war es, weil er im Parador-Hotel auf 2.200m Höhe übernachtete und dort in den 2 Trainingswochen wirklich miserable Verhältnisse herrschten: Schnee, Regen, Nebel, Kälte  – also all die Dinge, die 80% der deutschen Profis wahrscheinlich dazu bewogen hätte, frühzeitig abzureisen. Unter Zustimmung der Trainer.

Auf die Wetterverhältnisse angesprochen meinte der schmächtige Supersportler nur, dass es doch egal sei, wenn man nur Willens sei, aus der Situation das Beste machen zu wollen. Und für ihn wäre diese Trainingsphase mit kraftorientiertem Training am Berg, dem Höhenreiz und einer tollen Trainingsanlage nun einmal wichtig. „Punkt!“ bzw. „Ich mach das jetzt!“ So klang das. Keine Spur von Zweifel.

Und als ich ihn im Wasser trainieren sah, da wurde das Phänomen Brownlee noch einmal deutlich. Ich möchte anerkennend fast sagen, wie ein Pitbull wühlte er sich durch die 2x (10x100m Kraul alle 1.30 min) und schwamm auf der 25m-Bahn jeden 100er in 1.03 bis 1.05 Minuten.

Und als ich mit seinem Lauftrainer Malcom Brown bei einem Cafe con Leche zusammen saß, wurde es noch einmal deutlich: der Wille ist es, der die Brownlees antreibt – und die Trainer, die diese Dynamik steuern. Chancen erkennen statt Probleme zu suchen – ein einfaches Rezept. Von den Briten weiß man ja, dass die Küche einfach ist.

Hier unser kleines Video von der Kanalsession im T3:

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