FDM-Therapie

Ein ganzes Jahr ist es nun her, dass ich bei der Kraichgau Challenge 2011 an der ersten Boje von einem dänischen Triathlonprofi einen heftigen Fußtritt in´s Gesicht bekam, der mir den Verlust eines Zahns bescherte. Im Nachhinein betrachtet war es jedoch nicht nur der Zahn, sondern vor allem ein ordentliches Trauma in der Halswirbelsäule, das mir dauerhaft Probleme bereitete. Auch wenn ich es nicht so recht wahrhaben wollte, so plagte ich mich die gesamte Saison 2011 mit Kopfschmerzen und teilweise starken Beschwerden des Halteapparates herum. Mitunter kam ich nach einem längeren Radtraining nicht einmal mehr schmerzfrei vom Rad herunter. Die körperlichen Beeinträchtigungen gipfelten dann nochmals im Winter, als ich nicht einmal mehr richtig sitzen konnte.

Doch wie das so ist. Man denkt sich: das geht schon vorbei – nur immer schön weitermachen! Doch wenn man nicht mal ansatzweise in einen bekannten Leistungsbereich vordringen kann, hört der Spaß irgendwann auf. Und dann kam ein Erlebnis, das die Kehrtwende einläutete. Ein guter Freund aus Innsbruck schwärmte mir von einer Behandlungsmethode vor, die bei ihm schon fast Wunder vollbracht hatte. So fuhr ich Anfang April nach Innsbruck, um nach diesem Strohhalm zu greifen!

FDM – so das Akronym einer Behandlungsmethode, die sich ausgesprochen Fasziale Distorsions-Methode nennt. Da saß ich nun im Behandlungsraum und wurde von einer jungen, sportlichen Therapeutin in die Mangel genommen. Es geht kurz gefasst, darum, das Fasziengewebe, welches die Muskulatur umhüllt, wieder beweglich zu machen.

Erkenntnissen zufolge kann dieses äußerliche Gewebe mit der Muskulatur verkleben und in Folge dessen zu erheblichen Bewegungseinschränkungen führen. Da dieses Gewebe von Kopf bis Fuß Verbindungen aufweist, können auch im Halswirbelbereich entstandene Verletzungen den gesamten Apparat beeinträchtigen. So hatte ich das bei mir auch wahrgenommen. Bei mir zeigte sich das vor allem aber durch eine stark eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit im Halswirbelbereich, die sich später über den Brustwirbel- bis hin zum Lendenwirbelbereich fortsetzte. Teilweise konnte ich beim Radfahren nicht einmal mehr über die Schulter blicken. Die FDM-Methode basiert deshalb auf einer massage-ähnlichen Therapie, die dieses Gewebe wieder löst. Das kann recht schmerzhaft sein, wie ich es auch erlebte. Da standen mir schon mal kurz die Tränen in den Augen. Aber siehe da!

Nach einer Stunde Behandlung hatten sich meine Verspannungen völlig und komplett aufgelöst (und kamen auch nicht wieder). Den Kopf konnte ich drehen, wie seit einem Jahr nicht mehr und jeder wird verstehen, dass sich trotz schmerzhafter Behandlung (oder gerade deshalb) ein glückliches Grinsen breitmachte. Langer Rede kurzer Sinn: fast ein Jahr habe ich mich mit den hartnäckigsten Beschwerden meines Sportlerlebens herumgeschlagen und nach 60 Minuten Behandlung war alles gut.

In den nächsten Wochen sollten sich dann auch die anderen Beschwerden (mein Bewegungs- und Halteapparat hatte sich komplett verstellt) nach und nach lösen. Ein interessanter Vorgang, der auch nicht immer angenehm war. Nun, Anfang Juni, bin ich komplett beschwerdefrei. Verdammt noch mal – ein ganzes Jahr habe ich gebraucht, um diesen Tritt in´s Gesicht zu verarbeiten. Und damit dir, lieber Leser, bei ähnlichen Problemen eine solch eine lange Leidensdauer erspart bleibt, greif die Chance, die dir FDM bietet. Vielen Dank an O.S. und M.H. an dieser Stelle!

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3 Kommentare

  1. Hallo,
    da ich derzeit ähnliche Bewegungseinschränkungen erlebe, wie Du beschreibst: kennst Du einen Therapeuthen in Deutschland, der diese Therapie anbietet? Vielleicht sogar jemanden, mit dem Du gute Erfahrungen gemacht hast?

  2. Danke,

    die Seite habe ich gefunden und dort auch einen Therapeuten, der nicht ganz soweit von mir entfernt ist. Leider schein die Methode hier noch nicht sehr verbreitet zu sein. Aber schon mal vielen Dank für den Tip

    Viele Grüße
    Wolf Dieter

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