Burn-Out

holger 5150Mit den Erlebnissen der letzten drei Wochen nimmt dieser Blog eine ganz neue Richtung an. Ich hoffe, den Lesern (ja dir, ich erlaube mir einfach mal, meine Leser zu duzen) sagt es zu, mal über den Tellerrand des Sports zu schauen. Wobei … gibt es den Tellerrand denn überhaupt? Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass es das Leben ist, das die Geschichten schreibt. Da es am Ende aber auch um persönlichen Bewegungsfreiraum geht, sind wir immer wieder da, wo wir eigentlich auch herkommen: aus einer Gattung Lebewesen, deren Wohlbefinden ganz stark von der körperlichen und geistigen Beweglichkeit abhängt. Und um die müssen wir uns kümmern!

Mehr als meine eigenen gesundheitlichen Schwankungen hat mich noch viel mehr beeindruckt, wie viele Mitteilungen ich von anderen Menschen erhalten habe. Als plötzlich das Wort Burn-Out umher geisterte erhielt ich Nachrichten von Menschen, denen man nicht unbedingt zutraute, jemals selber mit diesem Thema in Verbindung gekommen zu sein. Menschen, die nach aussen hin wie ein Fels in der Brandung stehen. Schilderungen, die Gänsehaut bei mir erzeugten. Vielen Dank an all diejenigen, die so offen darüber gesprochen haben.

Bei mir selber, das kann ich ziemlich sicher sagen, was es mit Sicherheit eine Verkettung unglücklicher Umstände, die mich „niedergestreckt“ haben. Doch die Stimmen im Inneren, die da immer lauter wurden in den letzten Wochen, werde ich noch einmal gesondert beschreiben. Denn das habe ich wieder einmal gelernt: höre auf deine Stimmen!

Glücklicherweise liegt in meinen Fall sicher eher eine massive Erschöpfung vor, weniger ein Burn-Out. Das beschert mir eine intakte Psyche und sichert eine zuversichtliche Einstellung. Da kann ich mich nicht beklagen, auch wenn Körper und Geist nach Regeneration geradezu lechzen und wimmern. Ihre Stimmen habe ich zwar gehört, aber nicht ernst genommen. Also gab´s die Quittung: Hörsturz. Das ist nur gerecht, wenn man nicht richtig zuhört. Salopp gesagt, gab´s dafür ordentlich was auf die Ohren. Aber warum schreibe ich das? Muß man das denn bloggen? Nein, aber man kann. Also tue ich das einfach mal. Aus folgendem Grund.

Die vielen Kontakte, sei es über Facebook, per Mail oder im persönlichen Gespräch haben mich aufgerüttelt und bewegt. Dahin bewegt, mal aus ganz subjektiver Sicht zu schreiben, was so passieren kann, wenn man den Wahnsinn unserer heutigen Zeit mitmacht. All das „immer-erreichbar-sein“, „nicht-nein-sagen-zu-wollen“, „immer-diplomatisch-zu-sein“, „Optionen-zu-sichern“, „funktionieren-zu-müssen“ und schließlich „alles-zu-machen-aber-nichts-mehr-richtig“ könnte nämlich dazu führen, dass man ganz plötzlich eine ganz wichtige Lebensqualität verliert: Freiheit!

Da schnürt man sich ein Korsett, das mit der Zeit immer enger geschnallt wird. Und am Ende sieht dieses Korsett weder schön aus, noch stabilisiert es uns (was es ja eigentlich soll) – es schnürt sogar die Luft ab. Das Atmen wird schwer. Doch das Schlimmste an der Misere ist: wir schnallen uns den Gürtel ja selber immer enger. Weshalb machen wir das?

Ich erlaube mir in nächster Zeit einfach mal, mit der mir zur Verfügung stehenden Tiefe und Lust in dieses Thema einzusteigen. Ich habe meine Erfahrungen gemacht. Die kann ich ja ruhig mal teilen. Und wenn es nur einem Menschen hilft, die Stimmen früh genug zu hören, ist alles wunderbar! Denn das ist gar nicht so einfach, wie man zunächst glauben mag. Schon jetzt vielen Dank für Deine Begleitung, lieber Leser!

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