Liveticker: DNF

Blog-Ticker: Einen Liveticker gibt es ja leider beim Ironman 70.3 in Irland nicht. Liegt vielleicht am Wind. Um die Wartezeit zu verkürzen: DNF (Did Not Finish)!

Da hat man endlich seine Rückenprobleme im Griff, kämpft sich wieder zurück in eine sehr anständige Form, kämpft sich dann frohlockend durch die Wellen des Atlantiks, fährt einen strammen 38er-Schnitt bei Dauerregen, Wind und 11 Grad Kälte, übernimmt die Führung, fühlt sich wirklich gut, springt als Erster vom Rad, mit voller Vorfreude auf den Halbmarathon und dann: Zack! Wie ein Messerstich fährt ein kurzer Schmerz durch die rechte Wadenmuskulatur. Die Muskulatur war durch die Kälte und das ständige Spritzwasser offenbar recht unflexibel geworden. Im Rennen direkt merkt man das gar nicht so unbedingt. Nach einem Kilometer auf der Laufstrecke jedoch ist es Gewißheit. Mit einem Muskelfaserriss läuft es sich nicht gut. Raus aus dem Rennen, anderen den Kampf um die Plätze überlassen und die bittere Erkenntnis, dass nicht immer alles nach Plan laufen kann. Schade nur, wenn es eine ganze Saison betrifft – von vorn bis hinten! Das war mir so nicht bekannt und ist mir in meinem Sportler-Leben bisher noch nie passiert. Lernprozesse.

Nun kann ich viele Sportler verstehen, die wegen dauerhafter Probleme manchmal innerlich durchdrehen. Der Motor ist auf Hochleistung getrimmt und dann spielen irgendwelche anderen Dinge im „Orchester Mensch“ einfach nicht mit. Heute bewundere ich all diejenigen, die beständig mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, aber der Faszination Triathlon und Sport im Allgemeinen so erlegen sind, dass sie gar nicht anders können als sich zu bewegen. Auch wenn da Verzweiflung und Begeisterung wahrscheinlich ganz dicht beieinander liegen können.

Wie bei einem Freund, der sich wenige Wochen vor einem Ironman den Meniskus entfernen läßt und am Ende mit einem breiten Lachen über die Ziellinie läuft. Nicht immer vernünftig – aber mit Vernunft kann man Leidenschaft eben nicht besiegen! Das ist wie Sicherheit und Freiheit – beides bekommt man nicht. Da muß man sich schon entscheiden.

Wie gut also, dass man mit einem Faserriss schwimmen und radeln kann 🙂

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4 Kommentare

  1. Diese Saison lehrt anscheinend wirklich Demut vor dem komplexen System des menschlichen Körpers. Also Kopf hoch, die nächsten Siege und Podestplätze kommen bei Dir ja mit Sicherheit! Gute Besserung und Grüße Karsten

  2. Vielen Dank, Karsten – ja, genauso ist es. Das stachelt aber dann in gleichem Maße für die nächste Saison an.

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