European Championship 70.3

„Was ist denn nur los?“ So oder so ähnlich klang es mir öfter mal durch den Kopf als ich mich über den Parcours der Ironman 70.3 European Championship in Wiesbaden bewegte. Da fehlte die Dynamik und die Frische, um das maximal mögliche Niveau zu mobilisieren. Seit der Kraichgau-Challenge im Juni und dem dortigen Fußtritt-K.O. schleppe ich mich nun mit diesem seltsam undefinierbaren Gefühl herum, das wohl in einem beschädigten Organismus entsteht, dann Signale an das Hirn funkt und dadurch den Motor einfach mal drosselt.

Denn auch im Training wechseln sich Tage mit tollen 20km-Läufen im Sub-4-Tempo und abgebrochene 5km-Koppelläufe wegen Beckenbeschwerden regelmäßig ab. Auch kein Trost, dass offensichtlich auch ein Teil der deutschen Triathlon-Elite von ähnlichem Malheur betroffen ist und die Saison damit quasi „im Eimer ist“.

Doch nun zum Rennen. Zwar ging es im Wasser angenehm entspannt los. Aber schon das Schwimmen im Zick-Zack-Kurs durch die 10 Minuten vorher gestarteten Gruppen erzeugte trotz bester Schwimmzeit (24.52 Min) keine Initialzündung. Da sollte auch der Veranstalter überlegen, ob das eine gute Lösung ist, die Gruppen im Minimalabstand auf die Reise zu schicken.

Auf dem Rad ging es dann schon fast konservativ los. Eigentlich gar nicht meine Art. Zumal die Radstrecke mit 1.400 Höhenmetern genau dem entspricht, was ich mir für ein faires Rennen wünsche. Nach 70 Kilometern war ich dann schließlich meine Führung los. Später rutschte ich noch auf Rang 4 ab. Zurecht, denn mit 2.47 Stunden habe ich keine Glanzleistung abgeliefert.

Beim Wechsel zum Laufen ließ ich mir dann erst einmal Zeit, um mich mal kurz geistig zu re-seten. Sehr gleichmäßig und kontrolliert lief ich dann die vier Runden im Kurpark in fast identischen Zwischenzeiten. Das Gefühl war ganz gut, die Zeit nicht. Mittlerweile waren dann so viele Läufer auf dem Kurs, dass man ohnehin nicht mehr wußte, auf welchem Platz man sich befand.

Da kann ich nur von Glück reden, dass ich mit dem 3. Platz ein versöhnliches Ende gefunden habe. Nach 4.51 Stunden Renndauer und der Übergabe des Pokals, war ich dann doch entschädigt. Wenn auch nicht zufrieden mit meiner Leistung. So muß man auch mal akzeptieren, dass nach einem Super-Super-Jahr 2010 nun eben mal ein Naja-Wehwehchen-Jahr 2011 folgt. Auch wenn´s schwer fällt, das wirklich mal so hinzunehmen.

1. Melmer, Dietmar – 4.43.22 Stunden

2. Maith, Thomas – 4.50.16 Stunden

3. Lüning, Holger – 4.51.27 Stunden

Glückwunsch an alle Ironman-70.3-Finisher und besonders an die zwei Jungs vor mir!

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2 Kommentare

  1. Hallo Holger !

    Deinen „kontrollierten “ Lauf beim 70.3 in Wiesbaden kann ich als aufmerksamer Zuschauer bestätigen.
    Denn du hattest eine gute Körpersprache beim Laufen.
    Ich war es auch , der dich in der 3.Runde anfeuerte , dass „nach vorne noch was geht“.
    Ich war über die Zwischenzeiten bzw. Abstände beim Laufen in der M 45-49 genauestens infomiert .
    Auch habe ich registriert , dass du „Druck “ auf den Athleten vor dir machen konntest (schnellere Rundenzeiten) .
    Alles Gute weiterhin.
    Mit freundlichen Grüßen aus der Steiermark
    Gerhard Melmer

  2. Hallo Gerhard, vielen Dank für den Kommentar. Nun weiß ich endlich, wer das auf der Laufstrecke war. Hoffe, du hattest einen guten Tag in Wiesbaden. Viele Grüße Holger

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