Kraichgau Waterloo Part 1

Im Nachhinein kann man ja schnell mal sagen: naja, die ganze Woche vorher hat schon nicht gepaßt! Im Falle meines Starts bei der Krachgau Challenge trifft das aber durchaus zu. Am Dienstag sich noch den Magen zu verderben, sich am Mittwoch beim Schwimmen eine leichte Erkältung einzufangen sind wahrlich keine guten Vorbedingungen. Aber das schiebt man ja gerne mal beiseite. Denn ändern kann man es ja nicht, sondern nur das Beste daraus machen. Und das hat schon oft funktioniert!

Also Augen zu und durch. Kanonenschuß und Start! Neben Thomas Hellriegel ging es dann zügig los. Als es auf die erste Boje zuging, sah ich von links eine andere Gruppe einscheren. Am Wendepunkt wurde es dann erwartungsgemäß etwas eng. Nicht erwartet war jedoch das unfaire Verhalten meines Vordermanns! Wumms! Der fulminante Brustschwimm-Kick, der mich voll im Gesicht traf, war das unfairste Verhalten, das ich bislang im Wasser erlebt habe. Bei unerfahrenen Schwimmern verstehe ich das ja noch als Panikhandlung. An Platz 5 – direkt hinter dem Duo Andreas Raelert und Horst Reichel liegend – erwartet man aber ein kollegialeres und vor allem technisch souveränes Verhalten.

Erst einmal bekam ich einen ziemlichen Schock, so unerwartet traf mich dieser heftige Stoss. Kurze Atemnot und ein Gefühl, wie ein Box-Knockout! Kurzer Check mit der Zunge: Zahn abgebrochen! Was tun? Ein paar Sekunden vergingen und dann dachte ich mir: „Zum Ufer mußt du ja sowieso.“ Also gut, die 1.9km beenden. Nach 23.49 Minuten kam dann noch eine akzeptable Zeit heraus, nur 20 Sekunden hinter Spitzenreiter Andreas Raelert.

So lief ich dann in die Wechselzone, zog den Neo aus und ging zum Rad. Keine Ahnung warum! Als ich es mir schnappte, sah ich plötzlich Andreas Raelert hinter mir. „Also so darfst du dann auch nicht aufhören“, dachte ich mir. Als 45-jähriger Agegrouper vor dem weltweit besten Triathleten auf die Radstrecke zu gehen, ist ja schon fast etwas für das persönliche Geschichtsbuch. Und tatsächlich ging ich vor Raelert, Normann Stadler und Sebastian Kienle auf die Radstrecke. Nein, diesen Spaß – und Privileg zugleich – durfte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Und so fuhr ich und fuhr ich … (Fortsetzung folgt)

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7 Kommentare

  1. Du bist mein Held!!! Raelert und Stadler mal schnell überholt, und das trotz zwischenzeitlicher Zahnamputation! Echt Hammer!!!!

  2. Zu Andis Entschuldigung muß man sagen, dass er durch den Griff eines falschen Wechselbeutels wohl 40 Sekunden verloren hat. Den hätte ich sonst nicht mehr gesehen!

  3. Eine unglaubliche Leistung. Mehr muss man gar nicht sagen. Nimm das viele Positive aus diesem Tag mit, und lass alles andere zurück!

    Beste Besserung, erhol Dich gut!

    Jürgen

  4. So leicht lässt sich ein 70.3 AK-Europameister nicht aus dem Rennen kicken!!!! Gebe Dir absolut recht: In einer Spitzengruppe unfair zu handeln ist hochgradig unsportlich und schwer nachvollziehbar. Es bleibt wie es schon immer wra: Keine Wettkampf ist planbar!!!

  5. Ich kann auch nur sagen, wenn das Absicht war, hat dieser Athlet nichts im Spitzensport zu suchen. Dank, der modernen Technik ist der Übeltäter auch leicht gefunden. Dies war keine schöne Aktion!

  6. Abhaken!
    Mach ich auch so…kann derzeit gut nachvollziehen was es heisst, wenn die Vorbereitung nicht passt oder gar nicht als solche bezeichnet werden kann.
    Wie ich Deinen Kampfgeist kenne kommt jetzt im Training und dann vor allemim nächsten Wettkampf die Trotzreaktion :o).

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